Das Warten auf mehr Betreuungsplätze geht weiter

Kurz- und mittelfristig bleibt das Angebot an Mittagstisch- und Freizeitbetreuungsplätzen in Zugwest limitiert.

Rund 80 Personen folgten der Einladung der Eltern-Lehrervertretungen ELG Herti, Letzi und Riedmatt zum Informationsabend vom 8. April 2019. Die meisten gingen zwar informiert aber ohne Gewissheiten nach Hause, ob ihr Kind im nächsten Schuljahr einen Betreuungsplatz haben wird oder nicht. Dies werden sie weiterhin erst kurz vor den Sommerferien erfahren.
Während Erwina Winiger, Leiterin der Abteilung Jugend, Kind, Familie die Zuhörerinnen und Zuhörer – fast durchwegs berufstätige Eltern aus den Quartieren Riedmatt, Letzi und Herti – über die gesetzlichen Grundlagen, die Zuteilungskriterien und die Finanzierungs-modelle des schulergänzenden Angebots in der Stadt Zug informierte. Den Eltern brannten die Fragen unter den Nägeln. «Wieso erfahren wir so spät, ob wir einen Betreuungsplatz haben oder nicht?», «warum gibt es keine tageweise Betreuung in den Ferien?»; insbesondere die Fragerunde hätte wohl locker noch eine Stunde länger dauern können.

Killerargument Angebotsorientierung
Das System in Zug sei eben (noch) «angebotsorientiert», so die häufige Antwort auf die konkreten Anliegen der Eltern. Es gibt also X Betreuungsplätze, auf die Y Kinder zu verteilen sind. Erste Priorität haben Kinder mit sozialen Indikationen, es folgen Kinder von Alleinstehenden und an dritter Stelle, Kinder mit zwei erwerbstätigen Eltern. Dass das Angebot gerade für diese Kategorie nicht ausreicht, sorgte für den grössten Unmut an diesem Abend.

Paradigmenwechsel gefordert
Man sei auf dem Weg, ein bedarfsorientiertes Angebot zu schaffen, betonte die zuständige Stadträtin Vroni Straub, ohne jedoch konkret zu werden. Genau diesen Paradigmenwechsel forderten die Anwesenden. Ein Angebot, das den Bedürfnissen der Eltern entspricht – und schliesslich auch jenen der Wirtschaft. Einig schien sich das Publikum, dass man bereit wäre auch mehr zu bezahlen, wenn man dadurch wenigstens ein bisschen mehr Planungssicherheit bekäme. Dies entspreche nicht dem politischen Willen und Credo der Stadt Zug, welche sich bewusst für das aktuelle Pauschalsystem entschieden habe.

Tageweise Ferienbetreuung nicht vorgesehen
Ähnlich überzeugt vertraten die Rednerinnen auch das Konzept des Ferienzugs. Das Ferienbetreuungsangebot wird wochenweise angeboten. Viele Eltern wünschen sich aber kein Ferienprogramm mit Lagercharakter, sondern benötigen die gleiche tageweise Betreuung wie in den Schulwochen. Hier wollen einige die Initiative ergreifen und beim Stadtrat vorstellig werden, wenn es sein muss eben wieder mit einer Petition, so die Stimmen beim anschliessenden Austausch.
Hoffnung statt Gewissheit Der Informationsabend hat sicherlich zu einem besseren Verständnis des Zuger Systems verholfen. Die Hoffnung der Eltern auf mehr Planbarkeit für das nächste Schuljahr wurde aber nicht erfüllt. So machten sich die meisten Eltern mit gemischten Gefühlen auf den Heimweg. Und mit dem Bewusstsein, dass sie auch für 2019/20 mindestens einen Plan B brauchen.

Für die ELG Herti, Riedmatt und LET Letzi
Marilena Amato Mengis